Lifeupdate: Bali


Reisfelder Jatihluwi
Tausend mal hab ich diesen Blogbeitrag angefangen zu schreiben und wieder aufgehört. Zum tausendsten mal durchgelesen, umgeschrieben und verworfen. Immer wieder grantig den Laptop beiseite geschoben, weil mir die Worte ausgingen, sogar komplett fehlten und ich mich nicht so ausdrücken kann, wie ich es eigentlich will. Zum tausendsten mal prokrastiniert - ein neues Wort, dass ich gelernt habe und sehr gerne anstatt „trödeln, immer wieder aufschieben“ verwende ;) Aber weil so viele von euch Fragen zu meiner Bali-Erfahrung haben, muss dieser Beitrag jetzt auch einfach mal raus.

Ein ewiges Hin- und Her

Das Gefühlschaos beim „in Worte fassen“ meiner Bali Reise beschreibt schon mal ganz gut meine Eindrücke dieser Insel. Seit einem guten Monat bin ich jetzt hier. Jeden Tag auf’s neue werde ich von Bali überrascht, von der Vielfalt der Natur, der verschiedensten Tiere die hier leben und von den Menschen auf der Insel. Im Vorhinein hab ich mich nicht wahnsinnig viel mit Bali beschäftigt - ich hatte schon ein gewisses Bild im Kopf, geprägt durch Freunde und Bekannte, durch die Medien und einigen Büchern, geschrieben von ziemlich inspirierenden Menschen die vor allem hier ihre Spiritualität gefunden haben. Bali ist meist die erste Insel von der man hört, wenn man sich mit Welt-Reisen beschäftigt - „dort musst du hin, da findest du alles was dein Reiseherz sucht.“  Es soll die Insel sein, auf der alle Freiheiten der Persönlichkeitsentwicklung möglich sind und man trotzdem zwischen traditioneller, vor allem hinduistischer Kultur leben kann.
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Die erste Zeit hab ich dieses Bild von Bali komplett vergebens gesucht. An allen Plätzen fanden wir mehr Touristen und Auswanderer als Einheimische. Ein Hipster Schuppen reiht sich an den nächsten, eine Bar moderner wie die andere, jeder Typ will noch cooler sein, wie der neben ihm - und trotzdem sehen beide komplett gleich aus. Die Balinesesche Kultur bekommt man nur ganz am Rande mit. Man kann sie vor allem riechen, denn der unverwechselbare Duft der vielen Räucherstäbchen weht in ganz Bali - und diesen Duft liebe ich über alles. Jedoch braucht es einige Zeit, bis man hinter die Kulissen der vielen Europäer, Australier und Amerikaner ins eigentliche Balinesische Herz sehen kann.
Ich fand mich am Anfange meiner Bali-Reise in einer Art Schockzustand wieder - wir waren solange Zeit an Orten unterwegs, wo die Menschen noch neugierig statt abweisend gegenüber „weißen“ Touristen sind. Wo man jeden Tag angestrahlt wird, eingeladen und ausgefragt. Wo man sich zunickt, wenn man einen Reisenden trifft und sich austauscht. Wo es egal ist, was man anhat, ob man geschminkt ist oder nicht. Dieses Sehen und Gesehen werden hat mich am Anfang ganz fertig gemacht, obwohl ich das natürlich von zuhause gewöhnt bin. Ich hab, denke ich mal, echt einen Kulturschock meiner eigenen Landsleute gehabt.

Und trotzdem schwebe ich im siebten Himmel

denn man findet sich in einem Paradies aus guten Cafés, Restaurants und Yogashalas wieder. Ich steh extrem auf gesundes Essen, vor allem wenn es in Bowls serviert wird. Das findet man hier an jeder Ecke, es ist so wahnsinnig einfach, sich auf Bali gesund zu ernähren. Und ich bin jedem Auswanderer extrem dankbar dafür, diese tolle „healthy Spots“ auf eine Insel gebracht zu haben, auf der sich die Menschen vor allem von Nasi Campur, Mie Goreng und Currys ernähren (lieb ich natürlich auch, aber nicht so sehr wie meine heiß geliebten Smoothie-Bowls und Kombuchas). Genau so einfach ist es, eine gute, inspirierende Yogaklasse mit einem tollen Lehrer zu finden. Die Möglichkeiten sind unendlich. Wenn man was gefunden hat, sollte man meiner Meinung nach gleich da bleiben und so viel mitnehmen, wie’s nur geht.
Bali Healthy Food Bowl
Bali ist eine ziemlich kleine Insel, man kommt also schnell vom nördlichsten in den südlichsten Ort oder welche Himmelsrichtung man auch immer sehen will. Weder langen Busreisen noch Inlandsflüge sind notwendig um die gesamte Insel zu erkunden. Das ist eindeutig ein Pluspunkt. Die Natur ändert sich wahnsinnig schnell, kaum fährt man über einige Berge im Inland, wo es vorwiegend regnet und mega grün ist, findet man sich plötzlich in einer kargen Landschaft mit schwarzem Lavasand wieder. Solch ein Wechsel fasziniert mich immer sehr. Auch die Artenvielfalt im Wasser ist einzigartig - ich hab noch nie bei einem Schnorchelgang so viele verschiedene, bunte Fische beobachten können. Auch Schildkröten und Delfine kann man mit viel Glück sehen - dieses Glück wurde mir zuteil und ich strahl jetzt noch über beide Ohren, wenn ich daran denke.

Bali fordert mich definitiv.

Den einen Tag liebe ich die Insel, am nächsten Tag kann ich es nicht glauben, dass ich mich hier jemals wohl fühlen werde. Mir ist es ein Rätsel, wie sich jemand selbst zwischen all den Persönlichkeits-Suchenden, finden kann. Es wird viel zu viel Wert darauf gelegt, nach außen zu strahlen und einzigartig zu sein, obwohl jeder in den gleichen Schuppen einkauft, ein veganer Digitaler Nomade ist und ein Tagebuch mit sich rumschleppt.
Das Bali von „Eat, Pray, Love“ (eins meiner absoluten Lieblingsbücher, empfehle ich allen, auch wenn man nicht nach Bali fliegt) gibt’s einfach nicht mehr. Der Tourismus hat hier schon viel zu lange Einzug gehalten. Trotzdem hält Bali für jeden ein Abenteuer bereit und ich will auch niemanden davon abraten, die Insel nicht einmal zu besuchen um sich sein eigenes Bild zu machen. Und es gibt sie definitiv noch, die verlassenen, weißen Sandstrände, die Wasserfälle die niemand kennt, pures Adrenalin, dass einem durchströmt wenn man über den Shortcut saust und die einzigartigen Sonnenuntergänge mit lila Wolken. Aber wo genau man das alles findet erzähl ich euch ein anderes mal :)
Canggu Sunset

 

 


1 Kommentar


  • Kevinunfax

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