Lifeupdate Südafrika


Über einen Monat bin ich jetzt schon in Afrika und ich bin deutlich hinterher mit all meinen Blogbeiträgen, die ich eigentlich schreiben wollte. Ich hab gedacht, dass es sich sicher viel öfter’s ausgeht über all die tollen Abenteuer zu schreiben aber das reale Leben kommt dann doch öfters dazwischen und ist viel spannender als vor dem Laptop zu sitzen. Ich habe auch gemerkt, dass ich jemand bin, der sehr lange braucht um die ganzen verschiedene Eindrücke zu verarbeiten, die bei so einer Reise rund um die Uhr auf einen einprasseln - und erst viel später in der Lage ist, diese in kompakte, schöne Worte zu fassen. Jetzt aber mal von Anfang an:
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Wir sind Anfang Dezember nach einem 20 Stunden Flug von Bali in Kapstadt gelandet. Nur eine Stunde vor uns ist eine Freundin aus Österreich angekommen um mit uns die ersten zwei Wochen in Südafrika zu verbringen. Wir haben das Abenteuer Südafrika also zu dritt in Angriff genommen.
Südafrika Mädlstrip
Wir sind mit unserem Mietauto von Kapstadt aus gleich weiter nach Hermanus gefahren. Nach 9 Wochen Asien kann so ein Wechsel schon mal ganz schön überfordernd wirken. Ich glaub der Kontrast zweier Länder kann einfach auch nicht größer sein und unser Hirn ist wirklich nicht in der Lage in dieser kurzen Zeit zu begreifen, dass man sich jetzt auf einen komplett anderen Kontinent befindet. Die Natur, die Menschen, die Straßen, die Häuser, die Temperaturen, die Tiere,.. alles war so anders und ich war die erste Zeit wirklich ziemlich erschlagen von all den Eindrücken.
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Die Faszination Südafrikas wurde uns in den ersten 5 Minuten zuteil, nachdem wir in Hermanus angekommen sind: wir standen völlig fertig an der Promenade und plötzlich sprang ein riesig großer Glattwal aus dem Meer - wir konnten unseren Augen kaum trauen. Glücklicherweise sprang der Wal noch soooo oft aus dem Wasser, dass wir dieses kleine Wunder wirklich begreifen konnten. Wir waren komplett aus dem Häuschen. Wale sind so faszinierende, geheimnisvolle Wasserwesen und ich hab noch nie vorher einen Wal in freier Natur gesehen. Hermanus ist als Brutstelle der Glattwale in Südafrika bekannt, doch die „Hauptsaison“ endet meist Ende November. Wir hatten wirklich mega Glück, dass wir so ein wundervolles Ereignis beobachten durften.
Hermanus Cliff Path
Die nächsten zwei Wochen waren geprägt vom frühem Aufstehen, langen Küstenwanderungen und dem Kampf des Jetlags. Ich bin so froh, dass wir uns zu dritt mit dem Autofahren abwechseln konnten, denn ich war so erschlagen von der Zeitumstellung, dass ich sicher zwei bis drei mal am Tag einen Powernap einlegen hab müssen. Wir sind die bekannte Garden Route bis zum Addo Nationalpark runtergedüst, haben zwei wundervolle Tage im Scotchia Private Game Reserve verbracht und dort unsere allererste Safari genossen (dabei ist soviel tolles und aufregendes passiert, dass darüber ganz bestimmt ein eigener Blogbeitrag kommt) und über die Route 62 wieder zurück nach Kapstadt.
Suspension Bridge Tsitsikamma Nationalpark
Ab Mitte Dezember haben wir unsere Zelte also in der „Mother City“ aufgeschlagen und wir hatten wirklich eine absolut tolle Zeit in der Stadt. Am Anfang muss man sich an manche Umstände einfach gewöhnen - man kann, sobald die Sonne untergegangen ist, nicht mehr draussen rumspazieren. Heißt nicht, dass man Abends in der Wohnung eingesperrt ist, man muss einfach einen Taxifahrer mittels Uber (eine der tollsten Apps ever) bestellen und fährt halt 500m im Auto. Man kann sich auch tagsüber in manchen Gegenden von Kapstadt nicht aufhalten und ich bin auch zum ersten mal in meinem Leben nach meiner Hautfarbe benannt worden (a lá „Ey white Chick“) aber sobald man den Dreh raus hat, ist es mega easy in der Stadt zurecht zu kommen und alle Vorteile einer Großstadt zu genießen. Wir haben Weihnachten und Silvester mit absolut wunderbaren Menschen verbracht und Julia und mein Lieblingssänger aus Südafrika gab wirklich genau zum New Years Eve ein Konzert.
Muizenberg Südafrika New Years Concert Kirstenbosch
Seit einigen Tagen ist mein Lebenstraum in Erfüllung gegangen - wir haben uns einen Campervan für die nächsten fünf Wochen gemietet und cruisen damit quer durch Südafrika. Es hat sich so ein neues Lebensgefühl eingestellt, seit wir unseren Bobby haben. Wir stehen mit der Sonne auf, verbringen den Tag über meist in den Bergen, in der afrikanischen Nachmittagshitze chillen wir im Schatten der Eucalyptusbäume und nachdem wir den Sonnenuntergang beobachtet haben genießen wir den glasklaren Sternenhimmel. Ich hab ernsthaft die letzten drei Tage jeden Tag die Milchstraße gesehen und mindestens eine Sternschnuppe. Jede Sekunde versuch ich in mir ganz bewusst aufzusaugen, zu speichern um mich später immer daran erinnern zu können. Seit wir unseren Bus haben, weiß ich noch mal viel mehr, wieso ich das alles mache: einmal in meinem Leben komplett frei zu sein und nur meinen Träumen nachzukommen. Kein Stress, keine Hektik, kein Drama (dass ich mir zu 100% meist selbst erschaffe), keine Verpflichtungen, kein schlechtes Gewissen. Einfach nur zu leben und frei sein. Und das wichtigste von allen: ich will ein Jahr nur Sommer - und bin am besten Weg dahin.
Cederberg Bobby Camper Van

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