Mingalabar Myanmar - Welcome to Yangon


Shwedagon Pagpda
Nach Bangkok geht für meine Schwester und mich die Reise erst richtig los - für uns beide ist es das erste Mal hier in Myanmar. Dementsprechend aufgeregt waren wir beide. Kaum am Flughafen in Yangon angekommen wurden wir sofort von den verschiedensten Taxifahrern belagert und zugequatscht. Hilfe kam unerwartet von zuhause - zwischen einer burmesischen Menschentraube kam Timmy, wie sich herausstellte ist er auch aus Österreich, auf uns zu und wir schlossen uns sofort zusammen. Gemeinsam konnten wir dann ganz gut verhandeln und wurden zu unseren Hostels chauffiert.
Yangon Circular Train
Am nächsten Morgen holten wir Timmy ab um unser Yangon-Abenteuer zu starten. Lustigerweise übernachtete in seinem Hostel noch ein Österreicher, Flo, der auch gerade in Myanmar angekommen war. Wir hatten alle nicht erwartet, dass die ersten Bekanntschaften auf unserer Reise ausgerechnet aus der Heimat kommen. Wir verstanden uns auf Anhieb und somit starteten wir unsere erste Entdeckungstour zu viert. Am Plan stand die Fahrt mit dem Circular Train rund um Yangon - 46km in über 3 Stunden. Das ist ein Schnitt von ca. 20km/h. Ihr könnt euch also vorstellen in welchem Schneckentempo wir uns fortbewegten. Was soll ich sagen - es war die schönste und beste Zugfahrt in meinem Leben. Wir waren, bis auf eine Neuseeländerin, die einzigen Touristen im Zug. Der Preis für’s Ticket war ein Scherz, wir bezahlten pro Person umgerechnet 30 Cent.
Yangon Circular Train Verkäuferin

Die Landschaft rund um Yangon ist einmalig. Die Jahreszeit Anfang Oktober nennt man The Green Season. Kurz nach der Regenzeit erstrahlt die Umgebung in einem satten Grün, alles blüht und duftet. Die Einheimischen nutzen die Circular Line vor allem um das  geerntete Gemüse, verschiedenste Früchte, Kräuter und allerlei anderes Zeug direkt vom Feld nach Yangon zu bringen. Der Duft von Zitronenbasilikum wird mich hoffentlich immer an diese wunderschöne Zugfahrt erinnern. Wir wurden auch gleich eingespannt, um die ganzen Lebensmittel durch die Fenster in den Waggon zu heben. Es war wundervoll.

 Circular Train Kräuter .   

Am Nachmittag machten wir dann noch eine Free-Walking Tour. Wir bewegten uns rund um die wichtigsten Gebäude die noch aus der britischen Kolonialzeit übrig geblieben sind. Ganz so viele Informationen konnte ich nicht mehr aufnehmen aber ich schreib euch eventuell mal in einem eigenen Bericht alle Myanmar-Facts zusammen, die hängen geblieben sind.

Yangon City

 Obwohl in Yangon Mopeds verboten sind (nur die Polizei darf mit Motorräder durch die Stadt fahren) ist es trotzdem mega laut. Und auch wahnsinnig schmutzig. Überall wird hingespuckt, jeglicher Müll, egal ob Obstschalen, Kunststoff oder Plastik, wird auf die Straße geschmissen. Es ist immer wieder eine totale Grenzerfahrung für mich. Das Bewusstsein für unsere kostbare Umwelt ist hier noch so weit entfernt und es scheint auch niemand zu wissen, wo man am besten anfangen soll. Ich hoffe, auf der Reise eine für mich angemessen Lösung zu finden, mit dem Thema umzugehen. Einfach akzeptieren, dass es so in den asiatischen Ländern ist, will ich auf jeden Fall nicht.

Yangon Plastikmüll

Unser letzter Tag in Yangon startete schon um 4:30 Uhr. Noch vor Sonnenaufgang wollten wir in der bekanntesten Pagode sein - der Shwedagon-Pagode. Es war wundervoll, die Tempelanlage in den verschiedensten Morgenlichtern zu erkunden. Obwohl es so früh am Morgen war, ist die Pagode recht gut besucht gewesen - Burmesen sind Frühaufsteher und Beginnen den Tag oft mit einer Meditation oder Gebet in der Pagode.

Mönch Shwedagon Pagode

Am Nachmittag wurde nur noch gechillt - wir besuchten ein Spa um uns ein bisschen zu entspannen nach den vielen verschiedenen Eindrücken. Am Abend ging's für uns wieder zu viert in die 19th Street - auch bekannt als die Beer-Street. Dort findet sich an beiden Seiten allerlei gute Bar’s und Barbeque-Restaurants.

Yangon Market 26th Street Yangon Streetfood

Mein persönliches Fazit:

Yangon ist ein super Ausgangspunkt um in Myanmar zu starten - man hat so gut wie alle Himmelsrichtungen offen um weiterzureisen. Die Stadt selbst kann man zum Teil sehr gut zu Fuß erkunden, an den Lärm, den vielen Verkehr und die riskanten Straßenüberquerungen (wir hatten den Dreh schnell raus und damit ist’s dann ein Kinderspiel) muss man sich erst gewöhnen. Die Zugfahrt mit dem Circular Train war mein absolutes Highlight und kann ich nur jedem empfehlen. In Yangon selbst spürt man die Geschichte Myanmar’s hautnah, um mehr in die Materie einzutauchen ist sicher eine geführte Tour das richtige.

Yangon Environment

Yangon Hacks

  • am Flughafen angekommen warten bereits viele Taxifahrer auf die Neuankömmlinge. Schließt euch am besten zusammen - wir haben zu dritt 10$ für die ca. 30-minütige Fahrt ins Zentrum bezahlt
  • In Yangon kann man ziemlich viel zu Fuß machen, die Gehsteige sind relativ gut ausgebaut - eigentlich sind Gehsteige in Myanmar Betonplatten über den Abwasserkanälen. Ein Gehsteig wird nicht wie bei uns nur für Fußgänger benutzt, es tummelt sich alles mögliche an den Straßenrändern - Verkaufsstände, Mopeds, Trishaws, Hunde und ganz viel Müll.

    Wer nicht zu Fuß gehen mag benutzt am besten die App Grab. Man gibt einfach ein wo man hinwill und die App sucht den Taxifahrer, der am nächsten in der Umgebung ist. Im Vorhinein erfährt man schon wieviel die Fahrt kostet. Ziemlich praktisch für alle, die nicht so gerne den Preis verhandeln. Oder eben doch genau für jene, die gerne handeln, denn der Preis ist ein super Anhaltspunkt
  • eine Fahrt mit dem Circular Train machen und unbedingt das Essen von den Einheimischen probieren - es gehen ständig Menschen durch den Zug und verkaufen alles mögliche. Unsere Jungs haben Wachteleier und Tofu mit Gemüse in einer scharfen Sauce probiert. War wirklich lecker.
  • Für den Eintritt in die Shwedagon-Pagode bezahlten wir 10.000 Kyat, Kathi musste sich einen traditionellen Longyi ausleihen, denn Frauen dürfen nur mit Rock, nicht mit einer langen Hose, rein. Wir mussten dafür 3000 Kyat Deposit dalassen, dass wir am Ende auch wieder zurückbekamen.
  • Wir haben uns im Physiotherapie-Studio Genky (No. 64, 12th Street) massieren lassen - die Mitarbeiter dieses Studios sind alle sehbeeinträchtigt bis blind. Es ist also eine tolle neue Erfahrung, sich dort durchkneten zu lassen. Und sehr günstig ist es auch noch - wir bezahlten für 45min. 7000Kyat. 

Hostel-Tipps:

Wir haben im „Once in Yangon“ Hostel übernachtet - es gibt einen großen Schlafsaal für alle, jedoch super aufgeteilt, so dass man wirklich sein „eigenes Zimmer“ hat. Frühstück war wirklich lecker, jedoch empfehle ich trotzdem das „Shwe Yo Hostel“ ein paar Straßen weiter. Der Besitzer führt die coole Bude schon seit einigen Jahren mit seiner Frau gemeinsam und ist  ein Organisations-Genie. Er hat uns ganz viel bei der Planung unseres Myanmar-Trips weitergeholfen, obwohl wir garnicht in seiner Unterkunft geschlafen haben. Er hat uns Zugtickets und Simkarten besorgt und ist einfach nur ein wundervoller, lustiger Mensch.

Restaurant-Tipps:
Generell kann ich, wie in Bangkok auch, wieder nur empfehlen: schaut euch auf den Märkten und Straßenständen um. In der 19th Street gibts ganz viel BBQ-Restaurants, in denen man sich einfach die Spieße (auch viele vegetarische Optionen) aussuchen kann und diese werden dann vor euren Augen frisch zubereitet. Die Küche in Myanmar ist ebenso chinesisch geprägt - wir haben wirklich tolle Nudelsuppen und Steamed Vegetables with Rice gegessen.
Absolutes Highlight war das „Green Gallery“ Restaurant - es bietet Thailändische Küche an und wir haben ein wahnsinnig leckeres Curry bekommen.


Green Gallery Yangon

Fotocredit: Danke an meine talentierte Schwester sowie Timmy, die mir ihre tollen Fotos für meinen Beitrag zur Verfügung gestellt haben, damit ich mich nur noch auf’s schreiben konzentrieren konnte.


2 Kommentare


  • Siller Sepp "Schwiegsi"

    Hi Lisa und Kathy, freut mich daß es euch gut geht. Lisa,deine Berichte sind sensationell und rhetorisch absolut professionell, so gut daß man beim lesen fast live dabei ist,da könntest du auch beruflich was draus machen,weiter so,ich warte auf die nächsten spannenden Berichte. Lg Sepp


  • Bella

    Wieder super Beitrag schatzi 😍👌 i lies sie immer fleißig durch und fühl mi dabei als war i selber dabei gwesn 😅 was i ja wirklich gern wäre 😭😭 weiterhin viel spaß hab enk lieb passts weiterhin fest auf enk auf ❤️❤️❤️


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