Oh Mandalay, du kannst so schön hässlich sein - Teil 1/2


Nach drei Tagen in Bagan machten wir uns auf den Weg in die zweit größte Metropole Myanmars - Mandalay. Im Vorhinein hab ich viele kontroverse Meinungen über die Stadt gehört, von: „the place to be“ bis „es macht garnichts, wenn du Mandalay komplett auslässt“ war alles dabei. Jedoch ist es kaum möglich, Mandalay zu umgehen und wir wollten uns unbedingt ein eigenes Bild machen. Beim ersten Anlauf wurden die Stadt und ich keine Freunde. Jedoch haben wir zum Schluss unserer Reise Mandalay eine zweite Chance gegeben. Und siehe da, Mandalay und ich haben uns versöhnt und gehen in Frieden auseinander.
 
Mandalay Surroundings
 
Bei unserem ersten Besuch kamen wir erst gegen späten Nachmittag an. Nach einem verfrühtem Abendessen beschlossen wir, uns in die traditionelle Kunst der Marionettenaufführungen zu werfen. Jeden Abend findet im Mandalay Marionettes Theater eine Aufführung statt. Eine Stunde lang dauert die Einlage - verstanden haben wir nicht wirklich viel (weder sprachlich noch den Tanz der Marionetten) aber wir hatten’s wirklich ziemlich lustig. Lag vielleicht auch an dem ein oder anderem Bier, dass wir mit in die Aufführung schmuggelten.
 
Mandalay Marionettes Theater
 
Am nächsten Tag versuchten wir, einen Teil von Mandalay zu erkunden. Da man leider kaum etwas zu Fuß machen kann, sollte man sich entweder ein Fahrrad ausborgen oder mit dem Taxi von A nach B fahren. Mitten in Mandalay befindet sich der Königspalast, umringt von einer massiven Mauer, die das eigentliche Highlight davon ist. Der Palast selbst wurde leider schon vor vielen Jahren zerstört und nie wieder aufgebaut.
 
Unser erstes Sightseeing-Ziel war die Khutadow Pagode - auch „das große Buch“ genannt. In den vielen weißen Stupas rund um die Pagode befinden sich Mamorsteine, mit den Inschriften der Lehren Buddhas.
 
Khutadow Pagoda Mandalay
 
Anschließend sind wir auf den Mandalay Hill gewandert. Auf dem Hügel selbst befinden sich einige Buddha-Statuen sowie Pagoden, deshalb muss man, wie bei allen heiligen Stätten Myanmars, barfuss rauf.  Nach einem ca. 30 minütigen Aufstieg erreichten wir den Aussichtspunkt und konnten uns einen Überblick über Mandalay schaffen.
 
Mandalay Hill
 
Am Abend fuhren wir mit unseren holländischen Freunden zur U-Bein Bridge. Eindeutig mein absolutes Highlight in Mandalay. Die Brücke ist 1,2km lang und verbindet die Stadt mit dem Dorf Amarapura. Wir hatten soviel Spaß auf der Brücke, was unter anderem an der Thailändischen Reisegruppe lag - wir waren neben der ältesten Teakholz-Brücke eindeutig das beliebteste Fotomotiv.
Unter anderem besagt ein burmesisches Sprichwort, dass man für immer Glück hat, wenn man einen Vogel aus einem Käfig freikauft. Dank Bastiaan werden wir jetzt alle "for ever lucky" sein - denn er hat gleich drei Spatzen die Freiheit geschenkt.
 
Mandalay Ubein Bridge Gruppenfoto
 Ubein Bridge Mandalay
Mandalay Ubein Bridge Vogelverkäuferin
Mein persönliches Mandalay-Fazit:
 
Durch Wolken und Regenschauer verliert die Stadt ihren Charme leider komplett - wer asiatische Großstädte kennt, weiß, dass dadurch alles noch trister und grauer wirkt. Die Armut des Landes ist hier deutlich sicht- und spürbar. Trotzdem sind die Menschen so wahnsinnig freundlich und strahlen eine positive Energie aus. Ihr Lebensmotto ist eindeutig: „Nichts ist ein Problem, alles wird gut“. Bei Regenwetter gibt’s in Mandalay genug zu tun, von Shoppen in einem der großen Kaufhäuser, sich beim Marionetten-Theater bespaßen lassen oder sich in einer der beliebten Karaokebar’s (K-TV) die Seele aus dem Leib singen. Langweilig wird es in Mandalay sicher nicht.
 
 
Fotocredit: Thanks Florian for the perfect shots, capturing Mandalay and the citizens as they are.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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