Oh Mandalay, du kannst so schön hässlich sein - Teil 2/2


Mandalay Kids
Im Vorhinein hab ich viele kontroverse Meinungen über die zweit größte Metropole Myanmar’s gehört, von: „the place to be“ bis „es macht garnichts, wenn du Mandalay komplett auslässt“ war alles dabei. Jedoch ist es kaum möglich, Mandalay zu umgehen und wir wollten uns unbedingt ein eigenes Bild machen. Beim ersten Anlauf wurden die Stadt und ich keine Freunde. Jedoch haben wir zum Schluss unserer Reise Mandalay eine zweite Chance gegeben. Und siehe da, Mandalay und ich haben uns versöhnt und gehen in Frieden auseinander.
*
Nach drei Wochen Non-Stop Sightseeing und Abenteuer haben wir uns in Mandalay ein Hotel mit Pool und wundervoller Aussicht über die Stadt gegönnt. Wir brauchten definitiv etwas Ruhe und Erholung von den letzten Wochen. Eine Weltreise ist harte Arbeit - wir haben kaum einen Tag ausgeschlafen, vieles unternommen und auch die ein oder andere Nacht gefeiert (obwohl durchzechte Partynächte in Myanmar nicht wirklich möglich sind, denn so gut wie alle Bar’s schließen um spätesten 1 Uhr). Ich will mich garnicht beschweren, ich genieße wirklich jede Minute auf meiner Reise. Aber es ist nicht alles immer so easy-going, wie es auf den Bildern aussieht.
Mandalay Sunset
 
Somit stand Relaxen ganz groß auf unsere To-Do Liste. Ganz ohne Sightseeing haben wir’s dann aber natürlich nicht geschafft. Wir haben uns auf die Suche des „Steinmetz-Viertels“ gemacht. Die Unzähligen Buddha-Statuen und verschiedensten Figuren aus Marmor verzieren alle möglichen Pagoden Myanmar’s. Die müssen natürlich auch irgendwo produziert werden. In Mandalay gibts eine ganze Straße, an der sich eine Werkstatt an die andere reiht.
Mandalay Buddha Statuen
Ziemlich erschreckend sind die Arbeitsbedingungen der Steinmetze. Es gibt weder Schutzmasken noch Brillen für die Arbeiter. Der ganze Marmorstaub geht somit direkt in die Lunge und Augen. Deshalb können viele Arbeiter diesen Beruf auch nicht länger als 15-20 Jahre ausführen. Viele von ihnen leiden nach kürzester Zeit an Lungenerkrankungen sowie allerlei anderer Probleme.
Mandalay Steinmetzviertel
Meine Schwester und ich haben in Myanmar unsere Liebe zu chinesischen Nudelsuppen entdeckt. In Mandalay haben wir ein tolles Familien-Restaurant gefunden, das Mogok Daw Shan Restaurant , in dem wir gleich beide Abende hintereinander eine der vielen Suppen geschlürft haben. Mega günstig, mehr als ausgiebig und lustiger Service inklusive.
Nudelsuppe Mandalay

Mein zweites Mandalay Fazit:

Oft braucht es einen zweiten Anlauf um eine Stadt zu verstehen. Mandalay hat viele Facetten und kann sich im Sonnenschein von seiner besten Seite zeigen. Es gibt soviel zu entdecken, somit würde wahrscheinlich auch eine Woche nicht ausreichen um alle Winkeln und Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erforschen. Am spannendsten war eindeutig das rege Treiben in den Straßen und Gassen - Kinder die Drachen steigen lassen, Frauen die mit lauter Stimme ihre Lebensmittel, die sie am Kopf tragen, anpreisen. Es ist wundervoll, den verschiedensten Klängen der Stadt zu lauschen. Mehr brauch ich oft garnicht. Ich bin wirklich froh, dass uns unsere Reise nochmal nach Mandalay geführt hat und wieder wurde ich in meiner Ansicht bestätigt:
Der erste Eindruck ist oft nicht ausreichend, um sich ein Urteil zu schaffen.

1 Kommentar


  • Siller Sepp "Schwiegsi"

    Hallo Lisa,wieder mal ein sehr interessanter Bericht von deiner Reise,geniesse jeden Tag,bei uns hats jetzt Schnee und es gibt diese Woche noch minus 10 Grad! Wir beneiden dich alle lg Sepp


Hinterlassen Sie einen Kommentar